Geschichte vom Fuldamobil

Ein Traum!

Die Karosserie wurde am Anfang aus Holz/Kunstleder, dann mit Holz/Aluminium und später nur aus Kunststoff gefertigt.

Die ersten Fuldamobile kosteten DM 2.250. Anfang 1997 wurde bei Christies in London ein Fuldamobil Bj. 1951 für umgerechnet DM 29.000 von einem Sammler ersteigert.

Das Fuldamobil war mit großer Wahrscheinlichkeit das erste Fahrzeug, das einen negativen Lenkrollradius aufwies. Ein Geniestreich seines Konstrukteurs Norbert Stevenson, dessen Arbeitgeber die Tragweite dieser Erfindung allerdings nicht erkannten. Erst 1958 wurde die Konstruktion patentiert – durch einen Diplom-Physiker namens Fritz Oswald. Und erst Anfang der 70 Jahre setzte Audi den negativen Lenkrollradius, der für deutlich mehr Fahrstabilität sorgt, im Audi 80 zum ersten Mal in einer Großserie ein. Heute lenkt der größte Teil aller Autos mit Frontantrieb und etwa ein Drittel aller Heckantriebswagen nach Stevensons Prinzip.

Mehr darüber in dem Buch „Das dritte Rad“ vom Verlag Parzeller Fulda (Ausverkauft/keine Neuauflage geplant…)

An Hand von Unterlagen, die Herr Krotil zusammengetragen hat, ist es möglich geworden, die Fahrzeugpalette der Fuldamobile aus dem Produktionsort Fulda näher aufzuschlüsseln.

Grobeinteilung der Fahrzeuge ab 1950 aus Fulda:

N BP 250,
Sachs 360,
Sachs 175
Holzrahmen mit Holzbeplankung und Kunstlederbezug oder Aluminiumbeplankung. Kurz: Benennung für alles, was bis ca. Mitte 1953 produziert wurde.
N-1Ilo 200Holzrahmen, Aluminiumbeplankung, auch ohne Rückwärtsgang.
N-2Sachs 360Holzrahmen, Aluminiumbeplankung.
S-1Ilo 200Aluminium Karosserie, 1 Hinterrad, kleines Fenster in Heckklappe.
S-2Sachs 360Aluminium Karosserie, 1 Hinterrad, kleines Fenster in Heckklappe.
S-3Sachs 200Aluminium Karosserie, ein Hinterrad, kleines Fenster in Heckklappe, Tankstutzen hinten rechts aus Karosserie.
S-4Sachs 200Aluminium Karosserie, zwei Hinterräder, etwas grösseres Fenster in Heckklappe, Tankstutzen links hinten aus Karosserie.
S-6Sachs 200Aluminium Karosserie, zwei Hinterräder, Chassis und Vorderachse neu, Stossdämpfer vorne, Heckscheibe anstelle Heckklappe, Tankstutzen hinten links aus Karosserie
S-7Sachs 200Kunststoff Karosserie, grosse Heckscheibe, zwei Hinterräder, sowie Sonderaufbauten in Aluminium und/oder Stahl, offen oder geschlossen.

Fuldamobil – Lizenzprodukte

Für Lizenzproduktion ausserhalb von Fulda wurden normalerweise Teilesätze aus Fulda je nach zollrechtlicher nationaler Lage verwendet.

National wurde durch eigengefertigte Teile das Fahrzeug komplettiert und zusammengebaut (sogenannte CKD = ”completely knocked down” Produktion).

DeutschlandNWFNordwestdeutscher Fahrzeugbau GmbH, produziert in Wilhelmshaven und Lohne, als NWF 200 (Lizenz S-1),
HollandBambinoFa. Alweco, Veghel. Alle Bambino 200 wurden von NWF mit NWF Fahrgest. Nr. produziert. Nur Abzeichenwechsel.
1957: Prototyp Sport, 3-Rad, ILO 200
1958: Prototyp 4-Rad Kunststoff
EnglandNobel 200York Noble Industries, London. Produktion bei Short Brothers & Harland Ltd., Belfast, und Bristol Aeroplane Company, Bristol (Lizenz S-7).
SchwedenF K FFa. Fram, Uppsala und King, Helsingborg (Lizenz S-7).
ChileNobel 200Fa. Sochico Ltda, Santiago. Lizenz mit Teilesatz aus Fulda. 50 % local content.
IsraelKeine Produktion, nur Lizenz-Verhandlungen.
Griechen-landAtticaFa. Vioplastik Ltd, G.Dimitriadis, Piräus (Lizenz S-7).
Griechen-landAltaFa. Alta, Athen. Veränderte Kunststoff Karosserie mit Heinkel Motor.
UruguayFa. Vitalis. Pick up von Kunststoff S-7 und Kunststoff-Sporty Version.
ArgentinienBambiHersteller: Fabrica de Automotores Utilitarios. Lizenz S-7.
NorwegenGeplanter Name: Nobel-Viking. Projekt geplatzt.
Spanien15.3.61 kündigt span. Autozeitschrift die Produktion von Nobel 200 an. Hersteller: Autonobel Castellana, Madrid. Photos mit Soraya in Fulda aufgenommen (Pick-up mit senkrechter Front). Auch hier nur Absicht, keine Realisierung.
ÖsterreichPrinzessin Soraya wurde vom in 1961 kurzzeitig als Direktorin der ‘Noble Automobilgesellschaft Wien’ geführt. In dieser Zeit war von einer Kleinwagenfabrik die Rede.
RhodesienFa. CBR Bentall, Salisbury (Zimbabwe, früher Southern Rhodesia) sollte Anfang 1957 den S-6 in Lizenz produzieren. Ob wirklich eine Produktion entstand, ist widersprüchlich. Offizielle Regierungsvertreter verneinten eine Lizenzvergabe.
unbestätigte Information:
TürkeiAngeblich Lizenz-Verhandlungen über S-7.
IndienWaren nur Gerüchte.

Weitere Produkte der Elektromaschinenbau Fulda GmbH:

Elektrische Stromerzeuger

Einachsanhänger für Stromerzeuger

Synchron Generatoren

Elektrische Schaltschränke und Verteilungsanlagen

Batterie Ladegeräte

Autom. Spannungsregler

Elektrische Fischfanggeräte

Notbeleuchtungen

Kleinbildwerfer Fulda 250 / 3D

Fulda Projektor S

Grossraum Projektor FG 8

Optisches Gerät Mioba

Osta – optischer Meßstand für Schienenradsätze

Fulda Therm (elektrischer Fußwärmer)

Schmitt – Lift (Hubladebühne am Lkw)

Absetzcontainer mit Hanomag Triebkopf (nur 1 Fzg)

Solo Elektro Mofa

Elobil Renner (1979 Bosch Rennwagenaktivität , 2x 12V 36AH Batterie)

sowie alle Aktivitäten eines ”Bosch – Dienstes”.